KONZEPT VON KUNST PRIVAT!

Hessische Unternehmen zeigen ihre Kunst

Kunst stellt als „Produkt” von Kulturwirtschaft ein wichtiges gesellschaftliches Gut dar. Der Bürgerschaft den Zugang zu Kulturgütern zu ermöglichen, ist ein Ziel der Landespolitik. Deshalb stellt sich in diesem Zusammenhang auch die Frage nach der Verantwortlichkeit von Unternehmen in Form des Good Corporate Citizenship für den Bestand und die Entwicklung von Kultur.

Die hessische Landespolitik möchte die Unternehmensverantwortung im Kulturbereich durch geeignete Maßnahmen stärken. Dabei sind Unternehmen aller Branchen und Größenordnungen angesprochen. Bereits bestehendes Engagement soll wirksam publiziert, Gelegenheiten für neue Initiativen sollen vermittelt oder geschaffen werden.

1 Konzept für „Kunst privat! Hessische Unternehmen zeigen ihre Kunst”

Ein öffentlichkeitswirksames Element des Good Corporate Citizenship im Kulturbereich ist die Bereitschaft von Unternehmen, der interessierten Öffentlichkeit punktuell Zugang zu ihren Kulturgütern zu gewähren, z.B. Einblick in die sonst nicht öffentlich zugänglichen Firmen-Kunstsammlungen. Diesem Ziel dient das Projekt „Kunst privat! Hessische Unternehmen zeigen ihre Kunst”, das ab 2005 jährlich gemeinsam vom Land Hessen sowie mehr als 30 Unternehmen und wirtschaftsnahen Institutionen mit beachtlichem Erfolg durchgeführt wird.

Der Aufbau einer Kunstsammlung kann eine kluge Anlagemöglichkeit darstellen, doch fördert er auf jeden Fall das künstlerische Schaffen als solches. So verstehen sich etliche hessische Firmen und wirtschaftsnahe Institutionen auch mit Recht als Unterstützer des lokalen und regionalen Kunstschaffens. Diesen bietet das Land Hessen mit Kunst privat! und der zugehörigen Öffentlichkeitsarbeit gerne eine Plattform für ihr gesellschaftliches Engagement im Kulturbereich.

Die Führungen sind integraler Bestandteil des Konzepts, da sie den Unternehmen eine ideale Gelegenheit geben, die Besucher direkt anzusprechen. In einigen Unternehmen führen sogar die Inhaber selbst, oder auch qualifizierte Mitarbeiter durch die Kunstsammlung. Andere Firmen ziehen externe Experten, z.B. Kunsthistoriker, hierfür hinzu.

2 Auswahl und Ansprache der Kunstsammlungen

Die Vorbereitung und Begleitung des Projektes einschließlich der multimedialen Öffentlichkeitsarbeit obliegt einer Lenkungsgruppe aus Kunstexperten der B. Braun Melsungen AG, der Europäischen Zentralbank, der HELABA, der Firma Neuschäfer Elektronik GmbH, der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, der Wallrich Wolf Asset Management AG sowie des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen.

3 Termin

Einmal im Jahr öffnen Unternehmen für zwei Tage Ihre Türen, meist an einem Juniwochenende. Die Firmen entscheiden, ob sie an beiden Tagen oder nur an einem Tag Besucher empfangen und zu welchen Zeitpunkten sie Führungen anbieten möchten. Die Anmeldung zum Besuch der Kunstsammlung eines Unternehmens erfolgt beim Unternehmen selbst, entweder über die Homepage der Aktion mit dahinter geschalteter E-Mail-Adresse des Unternehmens oder per Telefon bzw. per Fax.

4 Öffentlichkeitsarbeit und Begleitprogramm

Die Lenkungsgruppe beauftragt in jedem Jahr eine Reihe von einheitlich gestalteten Medien. Es wird eine ansprechende Broschüre erstellt, die rechtzeitig vorher (5-6 Wochen) in erforderlicher Auflage bereit gestellt wird. Darin wird jede Sammlung kurz beschrieben, mit Fotos von Exponaten (Beschreibungen und Bilddateien kommen von den Unternehmen), und es werden exakte Informationen zu Ort und Zeiten der Kunstführungen im jeweiligen Unternehmen gegeben. Ferner gibt es Plakate unterschiedlichen Formats, die in allen Städten und Gemeinden, in denen sich die beteiligten Unternehmen und Kunstsammlungen befinden, an gut frequentierten Orten im Stadtraum an Litfaßsäulen aushängen.

Von diesen Druckmedien erhält jedes teilnehmende Unternehmen das vom ihm gewünschte Kontingent, z.B. das Plakat zum Aushang und die Broschüre zum Auslegen im Kundenbereich oder als Beilage zur Geschäftspost. Durch einen zusätzlichen Aufkleber mit Firmenlogo können die beteiligten Unternehmen ihr Customizing vornehmen und sich hierüber auch an einem gemeinsamen Standort (dieselbe Stadt oder derselbe Landkreis) verständigen. Darüber hinaus bedient das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen über einen allgemeinen Verteiler die freiwilligen Helfer in ganz Hessen, um so die Verbreitung der Information über Stadt- und Kreisverwaltungen, öffentliche Museen, Kunstvereine, Industrie- und Handelskammern (IHK) und Kirchengemeinden usw. auch in den ländlichen Regionen sicherzustellen.

Um eine angemessene Medienberichterstattung zu gewährleisten, ergeht durch das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen eine Pressemitteilung. Über die Medienpartnerschaft mit dem Hörfunk des Hessischen Rundfunks wird für eine aktuelle Berichterstattung gesorgt.

Ferner werden Anzeigen in entsprechenden Kulturmagazinen und Veranstaltungsmagazinen veröffentlicht.

5 Sicherheit

Viele Unternehmen verfügen bereits über ausreichende Sicherheitsanlagen und -personal, um eine größere Anzahl externer Besucher empfangen zu können. Andere Unternehmen müssen hierfür eventuell gesonderte Vorkehrungen treffen. Aus Sicherheitsgründen bevorzugen die meisten Unternehmen den Zugang zu ihrer Kunstsammlung nur bei vorheriger schriftlicher Anmeldung und Terminzuteilung nach Vorlage des Personalausweises.

Um einerseits den Sicherheitserfordernissen der Unternehmen und andererseits dem Vermittlungsbedarf bei den Besuchern Rechnung zu tragen, sollten sich die Besucher in den Sammlungen nicht selbständig, sondern nur im Rahmen von Führungen bewegen.

6 Finanzierung

Kosten können zum einen vor Ort bei den Unternehmen entstehen, z.B. für Führungen und Sicherheitsvorkehrungen. Die teilnehmenden Firmen übernehmen diese Kosten selbst.
Zum anderen entstehen Kosten für die gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit. Hierfür wird ein Finanzierungstopf gebildet, in den das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen und alle teilnehmenden Unternehmen einzahlen. Die Höhe der zu entrichtenden Teilnehmerbeiträge richtet sich nach der Unternehmensgröße und ist wie folgt gestaffelt:

Kleinunternehmen (weniger als 50 Beschäftigte und weniger als 10 Mio. € Umsatzerlös)
Teilnehmerbeitrag: 1.000,00 €


Mittlere Unternehmen (bis 250 Beschäftigte und zwischen 10 und 50 Mio. € Umsatzerlös)
Teilnehmerbeitrag: 1.400,00 €


Großunternehmen (ab 250 Beschäftigte und über 50 Mio. € Umsatzerlös)
Teilnehmerbeitrag: 1.800,00 €



Sie möchten mit Ihrem Unternehmen an Kunst
privat! teilnehmen?

Dann wenden Sie sich bitte an
Herrn Witka
Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen
dennis.witka@wirtschaft.hessen.de
Tel.: 0611 815-2354

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